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Pause

Eine kurze Pause, bin auf Klassenfahrt

19.9.12 21:43, kommentieren

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Ein weiterer Schultag...

In dieser Nacht träumte ich nichts, ich schlief nun wieder ruhiger und besser. Als ich in den Spiegel schaute merkte ich, dass meine Augenringe nach und nach weggingen. Ich musste mich beeilen, ich war schon spät dran, so föhnte ich nicht meine Haare und ließ das Fenster bei der Autofahrt auf, damit meine Haare trockneten. Als Minna uns wenige Minuten später an der Schule raus ließ, sah ich Maries traurige Blicke. "Du willst nicht auf diese Schule, oder?" Marie schüttelte den Kopf. "Die Kinder hier sind doof. Die haben mich nur nach Mama und Papa gefragt." Ich verstand sie, sprach ihr aber Mut zu. "Der Tag ist das, was du daraus machst. Das hat doch immer Mama gesagt. Viel Spaß." Rief ich ihr noch hinterher, dann war sie mit einem Strom Drittklässlern in der Klasse verschwunden. Ich suchte meine Klasse, fand sie schnell und kam noch rechtzeitig. Die Klasse war schon halb voll, mir fiel direkt ein hübsches Mädchen auf meinem Platz auf. Till unterhielt sich grade angeregt mit ihr. "Hey." Sagte ich unsicher. Till grinste mich an. "Hi Alice." Dann redete er wieder mit dem Mädchen. Sie hatte lange, glatte braune Haare und eine tolle Figur. "Till, willst du mich nicht vorstellen?" Das Mädchen grinste frech. "Ach klar, Alice, dass ist Nina, meine Schwester. Zwillingsschwester. Nina, dass ist Alice, sie ist gestern neu zu uns gekommen." Zwillingsschwester? Davon hatte er gar nichts gesagt! Obwohl, ein wenig sahen sie sich schon ähnlich. Nina musterte mich von oben bis unten, das war mir etwas unangenehm. "Warum wechselst du mitten im Schuljahr?" Fragte sie bloß. "Ich bin umgezogen." "Ach so, wieso denn? Hat dein Vater ein Jobangebot bekommen?" Sie lachte, als hätte sie einen Witz gemacht. "Ähm nein, ich..." Alle verstummten, Herr Lupos betrat den Raum. Nina setzte sich auf einen leeren Platz in der letzten Reihe und ich ließ mich auf meinen Stuhl fallen. Während der Stunde musterte ich immer wieder Till und fragte mich, was ich noch nicht von ihm wusste. Klar, wir kannten uns nicht mal 24 Stunden, aber... Es klingelte. Wir stürmten aus der Klasse, wie automatisch ging ich Till hinterher. Wir setzten uns wieder auf die Wiese. "Kommt Nina noch?" "Haha denkst du, sie gibt sich in aller Öffentlichkeit mit mir ab?" Ich runzelte die Stirn. "Wie meinst du das?" "Sie hängt bei ihren Lesterschwestern ab." "Aber eben war sie doch total nett zu dir!" "Ach, die wollte nur abschreiben. Aber ist okay, ich mag sie auch nicht sonderlich." "Wie kannst du so was sagen? Sie ist deine Schwester!" Till schüttelte nur den Kopf. "Musst du nicht verstehen. Also, hast du Lust, heute Abend was zu unternehmen?" Ich wunderte mich zwar, über diese abrupte Gesprächswendung, freute mich aber über die Einladung. "Klar, gerne. Was wollen wir machen?" Er grinste. "Unten am See ist ne Party. Irgendein Typ mit dem Nina mal was hatte hat Geburtstag. Sie ist eingeladen und darf Freunde mitnehmen, also..." Er grinste mich an. "Ich hol dich um 8 Uhr ab, ja?" Ich nickte und gab ihm meine Adresse. Es klingelte und wir gingen zur Klasse. Wir hatten Englisch, dann Pause und Doppelstunde Sport. In der Umkleide merkte ich, was Nina wirklich für eine Zicke war. Sie lästerte lautstark mit ihren Anhängern über irgendein Mädchen, dass wahrscheinlich die neue Freundin irgendeines Typen war. Sie beleidigte die Lehrer als Schlampen und Zuhälter. Ich schüttelte den Kopf über so viel Dummheit und zog mich so schnell um. Dann hatten wir frei. Ich ging schnell zum Auto, Marie saß wieder drinnen, diesmal zum Glück ohne Tränen im Gesicht. Wir fuhren nach Hause und aßen was, dann fragte ich Minna, ob ich auch die Party durfte. Sie freute sich nur, dass ich schon irgendwo eingeladen wurde und sagte ja. Sie gab mir sogar Geld für ein Kleid. Zusammen fuhren wir in die Stadt und bummelten durch ein paar Läden, dann fanden wir in irgendeinem Outlet ein schönes kurzes Kleid.

18.9.12 19:09, kommentieren

Engel...

Der Rest des Tages verging ereignislos, ich freundete mich etwas mit Till an und er erzählte mir von einem Skatepark, wo er mich gerne mal mit hinnehmen wollte. Ich versprach ihm, dass irgendwann mal zu machen, dann verabschiedeten wir uns und ich ging zum Parkplatz. Martin stand an sein Auto gelehnt da und suchte die Menge der Schüler nach mir ab. Ich winkte zögerlich und als ich mich ins Auto setzte merkte ich, dass Marie schon drinnen saß. "Und, wie war dein Tag?" Fragte ich sie aufmunternd lächelnd. Sie antwortete nicht, sondern wischte sich nur die Tränen aus den Augen und schaute aus dem Fenster. "Was ist passiert?" Martin startete den Motor und fuhr los. Marie antwortete immer noch nicht, ich machte mir wirklich Sorgen, aber vieleicht wollte sie einfach nicht vor Martin reden. Wir kamen an dem Hof an und als ich aus der Tür raus war, lief Marie grade ins Haus. Ich seufzte und nahm ihre Tasche, dann folgte ich ihr. Die Küche war bis auf Martin, der sich die Schuhe auszog, leer. "Ich geh nach oben." Murmelte ich und rannte die Treppen zu Maries Zimmer hoch. Mir fiel auf, dass ich es noch gar nicht gesehen hatte. Ich wusste, dass es sich unter meinem befand. Ich klopfte an der Tür, keiner antwortete. Ich stieß die Tür auf und sah einen nur halb so großen Raum wie den meinen, er war aber schon vollständig eingerichtet. Ich hörte Maries Schluchzen aus ihrem Schrank. Ich stieß die Tür auf und da saß sie, eingerollt in ihren ordentlich aufgestapelten Klamotten. Ich quetschte mich neben sie und nahm sie auf meinen Schoß. "Marie, was ist los? Ist die neue Schule so schlimm?" Marie schluchzte und schüttelte den Kopf. "Die Schule ist gut." "Was ist es dann?" Marie weinte und weinte. "Ich will zu Mama und Papaaa!" Schluchzte sie. Ich umarmte sie noch fester. "Du bist doch bei ihnen. Sie sind immer da. Jede Sekunde, auch jetzt. Du siehst sie zwar nicht, aber sie sind da. Und sie lieben dich, sie lieben dich so sehr wie ich dich liebe. Und wie Minna dich liebt. Und wie dich vieleicht auch mal Martin lieben wird." "Martin ist nicht Papa." "Nein, nein auf keinen Fall. Keiner ist so wie Papa oder Mama. Aber sie sind unsere nächsten Verwandten und Minna ist doch auch da." Marie sagte nichts mehr, ihr weinen verebbte langsam. "Komm, Minna hat gerufen, es gibt essen." Ich zog sie hoch und wusch ihr das Gesicht, dann gingen wir nach unten. Minna deckte grade den Tisch und Martin kam grade durch die Wohnzimmertür. "Na, wie war die Schule?" Fragte Minna aufmunternd. "Gut." Sagte ich kurz angebunden und setzte mich hin. Marie plapperte aber drauf los "Wir haben heute unser Lieblingstier gemalt und wir sollten es dann beschriften, wir sollten sagen wo der Hals und wo die Beine und die Füße und..."

Nach dem Essen machte ich den Abwasch während Minna Marie ins Bett brachte. Ich dachte, wie so oft, an meine Eltern. Was sie jetzt grade wohl machten? Ob sie mich wirklich in eben diesem Moment beobachten und sich fragten, warum ich damals, als sie noch lebten, nie den Abwasch gemacht habe? Warum ich hier so lieb und nett war, und früher so zickig und anstrengend. Ich schüttelte den Kopf und räumte das letzte Teil weg, dann wollte ich hochgehen. "Warte noch kurz, Alice. Wir müssen über die Schule reden." Minna war grade wieder runtergekommen und wir setzten uns an den Tisch. "Ich habe mit der Direktorin geredet, sie nimmt euch gerne auf, aber ihr müsst schon morgen wieder in die Schule gehen. Es wird dort kein Fehltag geduldet, der nicht mit einem ärztlichen Atest entschuldigt ist und es werden gute Noten erwartet. Ich will euch eigentlich nicht so einem Druck aussetzten, aber es ist die einzige Schule im Umkreis und aus euch soll schließlich auch was werden." Ich nickte bloß. "Okay." "Und noch kurz zu deinem Zimmer, wie gefällt es dir?" "Gut, nur etwas leer." "Wir hatten nur noch dieses Bett. Am Wochenende gehen wir Möbel einkaufen. Ist das okay?" Ich nickte wieder. "Klar." "Okay." Minna rieb sich müde die Augen. Sie hatte dunkle Augenringe und sah sehr mitgenommen aus. Als ich aufstand und hochgehen wollte, nahm ich sie nochmal kurz in den Arm und flüsterte "Du bist die tollste Tante der Welt."

17.9.12 20:32, kommentieren

Wie im Film...

Müde schleppte ich mich die Treppen zu meinem Zimmer hoch. Ich würde von nun an im Dachgeschoss des Hauses wohnen. Ich kam auf den kleinen Absatz vor meiner neuen Zimmertür an, stieß sie auf und schluckte. Mein Zimmer war riesig, doch nur eineinziges Möbelstück stand in dem Zimmer-ein Bett. Ich zog mich aus, kramte in einem meiner 2 Koffer nach meinem Schlafanzug und legte mich dann in das frisch bezogene Bett. Sofort schlief ich ein. Das erste mal seid einer Woche träumte ich nicht von den Schreien meiner Eltern, nicht von dem kaputten Auto und nicht von den Leichen, die halb verkohlt waren. Nein, ich träumte etwas Schönes. Ich arbeitete auf dem Bauernhof, die Sonne schien, die Kühe muhten. Ich striegelte ein Pferd und setzte mich drauf. Ich versuchte, zu reiten, doch es klappte nicht. Dann saß plötzlich jemand hinter mir. Ein großer, hübscher Junge, dessen Gesicht ich aber nicht genau entziffern konnte. Er hielt mich an den Hüften fest, flüsterte etwas in mein Haar, küsste meinen Hals. Wir hatten Spaß zusammen, bis zum Abend lagen wir auf einer Wiese, die Nacht kam und wir zählten die Sterne. Wir redeten und redeten, doch dann, als er mich küssen wollte, wachte ich auf. Ein Sonnenstrahl kitzelte mich, ich gähnte und setzte mich auf. Dann schüttelte ich den Kopf und zog mich an, heute würde ich in die neue Schule gehen.

Unten am Esstisch saß meine Tante, auf ihrem Schoß die weinende Marie. "Was ist passiert?" fragte ich Minna und legte den Arm um meine Schwester. "Sie hatte einen Albtraum." Flüsterte Minna. Ich küsste Marie auf den Kopf und setzte mich. Wir frühstückten und sagten dabei kein Wort. Ich aß fast nichts, dass tat ich schon die ganze Woche nicht, und ich hatte abgenommen. Früher hätte ich mich darüber gefreut, doch heute finde ich es ärgerlich, meine Klamotten wurden mir langsam zu groß. Ich ging hoch in mein Zimmer und öffnete den Koffer. Ich zog mir etwas Schönes an, ich wollte hübsch aussehen für den ersten Schultag in der neuen Schule, auch wenn ich nur dem Direktor und der Klasse vorgestellt werden würde. Es war warm und so zog ich eine kurze Hose und ein Top an. Ich schminkte mich etwas und ging dan runter, Minna rief schon, ich solle mich beeilen. Später saß ich mit ihr und Marie im Auto. Es passte viel mehr zu ihr, als zu dem großen Martin. Wir fuhren ein Stück den Berg hoch, dann erreichten wir einen großen Hof mit Springbrunnen, um ihn herum stand ein großes Gebäude das reichlich verziert war. Der Schulhof war leer, es war schon nach 8, aber wir kamen noch pünktlich zu unserem Termin. Ich stieg aus und nahm Marie an die Hand, sie würde auf die Selbe Schule gehen, hier konnte man schon ab der 1. Klasse hin. Minna ging schweigend vor uns her. Wir erreichten die Treppe die ins Haus führte, dort wurden wir schon von einem freundlichen Mann empfangen. "Folgen sie mir doch in das Büro der Direktorin." Lächelte er mit perfekten weißen Zähnen und führte uns in einen großen Raum. Ei großer Schreibtisch stand vor einem Kamin, hinter ihm saß enie strenge und garnicht freundlich aussehende Frau. "Setzten sie sich." Sagte sie und zeigte auf die 3 Stühle vor ihr. Wir gehorchten und schauten sie schweigend an. "So, sie sind also Alice und Marie Lisson, und sie müssen Minna Clasen sein." Wir nickten. "Wo sind die Zeugnisse der Mädchen?" Minna kramte in ihrer Tasche und zog zwei weiße Umschläge heraus. Die Frau betrachtete diese und sagte "Gut. Herr Petersen wird sie in ihre Klassen begleiten, dort werden sie beide den Tag verbringen. Ich werde mit ihnen, Frau Clasen, noch kurz etwas besprechen müssen." Minna nickte uns aufmunternd zu und wir verließen mit Herr Petersen den Raum. Er führte uns die Gänge entlang, redete ununterbrochen von der Schönheit dieses Gebäudes und brachte uns zu unseren Klassen. "Du schaffst das." Sagte ich noch zu Marie, dann war sie in ihrer Klasse verschwunden. Kurze Zeit später war auch vor dem richtigen Raum. Herr Petersen klopfte und ein junger Mann trat raus. Sie redeten kurz über mich, dann geleitete mich der Lehrer rein. 20 Augenpaare waren auf mich gerichtet, als mich Herr Lupos, wie er hieß, vorstellte. "Das hier ist Alice Lisson, sie ist erst gestern hier hin gezogen und warum sie mitten im Schuljahr wechselt, ist die, dass ihre Eltern Tod sind. So Alice, setz dich bitte neben Till." Ich schluckte und setzte mich auf den mir zugewiesenen Platz. Ich saß neben einem nett aussehenden Jungen mit einer schwarzen Mütze auf dem Kopf. Er schaute mich nur an und sagte nichts.

Der Unterricht verging langsam, ich meldete mich keinmal und sagte auch sonst nichts. Als es zur Pause klingelte, wollte ich raus und schauen wie es Marie geht. Ich stand von meinem Platz auf, da sprach mich Till an. "Hey, ich bin Till. Ich kann dir die Schule zeigen, wenn du willst." Ich nickte, ich wollte nicht am ersten Tag unfreundlich sein. Er führte mich an den starrenden Mitschülern vorbei auf den Schulhof. Die Sonne schien und viele saßen auf der Wiese vor dem Brunnen. "Der Brunnen da ist eigentlich ziemlich unnötig, wir dürfen das Wasser nicht mal berühren. Da hinten ist die Cafeteria, da kriegst du Mittagessen und alles. Dort hinten ist der Sportplatz, da hängen immer die Sportasse rum, also nichts für mich." Er lachte, sein Lachen war lustig und ich grinste. "Machst du Sport?" Ich nickte. "Ja. Also... Ich hab mal getanzt und bin oft gejoggt aber... naja aber jetzt nicht mehr." Till setzte sich auf die Wiese, ich tat es ihm nach. "Wieso hast du aufgehört?" Ich schaute ihn fassungslos an. "Meine Eltern sind vor kurzem gestorben." "Ja, ich weiß, und du hast mein Beileid, aber denkst du, sie hätten gewollt, dass du aufhörst zu Tanzen?" "Ähm... Ich weiß nicht, nein?" "Und warum machst du es dann?" Ich schluckte. "Ich will nicht darüber reden, okay?" Till merkte anscheinend, dass er zu weit gegangen war, denn er sagte nichts mehr. "Und was sind deine Hobbys so?" Fragte ich unsicher. "Ich Skate. Und ich zeichne gerne." Ich nickte. "Cool." Wir redeten ein bisschen, aber über nichts besonderes, ich erfuhr nur, dass er 16 war und was er gerne aß. Als es zur nächsten Stunde klingelte, standen wir auf und strömten in das Gebäude. In der Klasse saß eine Gruppe überschminkter Mädchen auf den Tischen und schauten mich abschätzig an. Ich verdrehte nur die Augen und dachte "Wie im Film." Aber es war mir egal. Till war nett und er war sicher nicht der einzige, der sich mit mir abgeben würde.

2 Kommentare 16.9.12 11:40, kommentieren

Der Anfang von Allem...

Ich schaute aus dem Fenster, die Scheibe war voller Regentropfen, und ich betrachtete abwesend die Landschaft draußen. So fingen die ganzen Filme an, die ich früher mal gemocht hatte. Ein Mädchen zog um und fuhr mit dem Auto in die neue Heimat, schaute aus dem Fenster, kam in eine neue Schule, war erst ein Outsider doch wurde dann durch irgendwas beliebt. Das kannte man ja. Aber ich? Ja, ich zog auch um. Aber nicht, weil mein Vater irgendwo eine neue Stelle bekommen hatte. Schön wärs. "Liebes, wir sind gleich da." Ich zuckte zusammen. Warum nannte diese Frau mich so? Sie war Taxifahrerin, nicht meine Mutter! Ich nickte aber bloß, den plötzlichen Hass unterdrückend, und kurze Zeit später kamen wir an. Wir waren in einer alten Stadt, die an einem Berghang gebaut war. Die Häuser waren schön, doch ich achtete nicht auf sie. Ich wandte mich meiner kleinen Schwester zu, die schlafend auf ihrem Sitz saß. "Marie, komm. Wir sind da." Ich rüttelte sie, zog leicht an ihrem blonden langen Haar, bis sie endlich aufwachte. "Wo sind wir?" Fragte sie verschlafen. "Da." Antwortete ich knapp und zog sie aus dem Taxi. Die Fahrerin war eine ältere Frau, die Hilfe bei dem Gepäck brauchte. Ich wuchtete die vier Koffer aus dem Auto und stellte sie an den Bordstein. Es hatte aufgehört, zu regnen, trotzdem liefen die wenigen Menschen, die vorbei gingen, mit Regenschirmen rum. Ich gab der Frau das Geld und bevor sie mich tröstend umarmen konnte, drehte ich mich um und schaute auf mein Handy. Keine neue Nachricht. Von wem auch? Dachte ich und seufzte. Von meinen Eltern ganz sicher nicht. Unbemerkt hatte sich Marie meine Hand genommen und sich auf einen Koffer gesetzt. "Alice, wann kommen sie endlich?" Flüsterte sie. "Gleich sind sie da. Keine Angst." Sagte ich und strich ihr behutsam über den Kopf. 5, 10, 20 Minuten vergingen, als endlich ein kleines Auto um die Ecke bog, das ich von Fotos kannte. Den Mann, der ausstieg, kannte ich auch, allerdings konnte ich mich nur verschwommen an ihn erinnern. Er war sehr groß, hatte breite Muskeln und schon Falten im Gesicht, war aber grade erst 40. Er hatte eine Latzhose und ein Karohemd an, dazu schwere Stiefel. Ich glaube, er heißt Martin, wusste es aber nicht genau. In letzter Zeit hatte ich zu viele Namen gehört. Er erreichte uns und versuchte, zu lächeln. "Alice, Marie, schön euch zu sehen. Die Verspätung tut mir leid. Eigentlich wollte ich früher da sein, wurde aber aufgehalten. Kommt, steigt ein." Ich nahm Marie an der Hand und ging zum Auto und setzte mich nach hinten. Früher wollte ich immer vorne sitzen, doch das war jetzt anders. Jetzt hasste ich jeden Platz im Auto, doch die Vorderen am meisten. Martin lud die Koffer ein, sie passten grade eben in den Kofferraum, und fuhr dann los. Auf dem Weg durch die Stadt und den Berg hinauf wurde mir klar, warum das Taxi uns nicht hergebracht hatte. Die Straßen waren eng, der Weg gefährlich. Aus Instinkt legte ich schützend den Arm um Marie. Nach wenigen Minuten Fahrt kamen wir aus der Stadt raus, fuhren immer höher und dann kamen wir an einem großen alten Haus an. Ställe standen ringsherum, Felder erstreckten sich den Hang hinauf und hinunter, obwohl es hier, so hoch oben, schon relativ flach war. Als wir auf den Hof fuhren, hüpften die Hühner beiseite und machten den Weg frei. Ich stieg aus dem Auto aus und schon kam eine kleine Frau aus der Tür geeilt. "Alice! Marie!" Sie kannte ich gut, sie war die Schwester meiner Mutter gewesen. Sie kam zu jedem unserer Geburtstage, und brachte immer Eier, Milch und Brot von ihrem Hof mit. "Tante Minna!" sagten Marie und ich gleichzeitig und stürzten in ihre Arme. Ihr liefen Tränen über die Wangen. "Kommt ins Haus, ich habe Kuchen gebacken. Martin, bring die Sachen in die Zimmer." Minna nahm uns an den Händen und ich ließ mich wie ein kleines Kind vorwärts ziehen. Im Haus war es gemütlich, die Küche war groß aber volgestopft, in der Mitte stand ein großer, schon recht mitgenommener Tisch. Wir setzten uns und Minna häufte uns Kuchen auf die Teller, dann schenkte sie uns mit zitternder Hand Kakao ein.

1 Kommentar 16.9.12 11:16, kommentieren

Hallo ich bin die und die...

Hallo!

Ich heiße VeeeNaaa und fange an, hier jeden Tag 1-2 Einträge zu verfassen. Ich schreibe Geschichten aus dem Leben, meistens Liebesgeschichten. Ich denke mir die Storys spontan aus und schreib einfach alles auf. Wenn ich Rechtschreibfehler habe, tut es mir leid, aber kein Mensch ist perfekt

Viel Spaß beim Lesen meines Blogs, für Kritik und Lob bin ich immer offen

LG VeeeNaaa

2 Kommentare 16.9.12 11:20, kommentieren