Letztes Feedback





 

Wie im Film...

Müde schleppte ich mich die Treppen zu meinem Zimmer hoch. Ich würde von nun an im Dachgeschoss des Hauses wohnen. Ich kam auf den kleinen Absatz vor meiner neuen Zimmertür an, stieß sie auf und schluckte. Mein Zimmer war riesig, doch nur eineinziges Möbelstück stand in dem Zimmer-ein Bett. Ich zog mich aus, kramte in einem meiner 2 Koffer nach meinem Schlafanzug und legte mich dann in das frisch bezogene Bett. Sofort schlief ich ein. Das erste mal seid einer Woche träumte ich nicht von den Schreien meiner Eltern, nicht von dem kaputten Auto und nicht von den Leichen, die halb verkohlt waren. Nein, ich träumte etwas Schönes. Ich arbeitete auf dem Bauernhof, die Sonne schien, die Kühe muhten. Ich striegelte ein Pferd und setzte mich drauf. Ich versuchte, zu reiten, doch es klappte nicht. Dann saß plötzlich jemand hinter mir. Ein großer, hübscher Junge, dessen Gesicht ich aber nicht genau entziffern konnte. Er hielt mich an den Hüften fest, flüsterte etwas in mein Haar, küsste meinen Hals. Wir hatten Spaß zusammen, bis zum Abend lagen wir auf einer Wiese, die Nacht kam und wir zählten die Sterne. Wir redeten und redeten, doch dann, als er mich küssen wollte, wachte ich auf. Ein Sonnenstrahl kitzelte mich, ich gähnte und setzte mich auf. Dann schüttelte ich den Kopf und zog mich an, heute würde ich in die neue Schule gehen.

Unten am Esstisch saß meine Tante, auf ihrem Schoß die weinende Marie. "Was ist passiert?" fragte ich Minna und legte den Arm um meine Schwester. "Sie hatte einen Albtraum." Flüsterte Minna. Ich küsste Marie auf den Kopf und setzte mich. Wir frühstückten und sagten dabei kein Wort. Ich aß fast nichts, dass tat ich schon die ganze Woche nicht, und ich hatte abgenommen. Früher hätte ich mich darüber gefreut, doch heute finde ich es ärgerlich, meine Klamotten wurden mir langsam zu groß. Ich ging hoch in mein Zimmer und öffnete den Koffer. Ich zog mir etwas Schönes an, ich wollte hübsch aussehen für den ersten Schultag in der neuen Schule, auch wenn ich nur dem Direktor und der Klasse vorgestellt werden würde. Es war warm und so zog ich eine kurze Hose und ein Top an. Ich schminkte mich etwas und ging dan runter, Minna rief schon, ich solle mich beeilen. Später saß ich mit ihr und Marie im Auto. Es passte viel mehr zu ihr, als zu dem großen Martin. Wir fuhren ein Stück den Berg hoch, dann erreichten wir einen großen Hof mit Springbrunnen, um ihn herum stand ein großes Gebäude das reichlich verziert war. Der Schulhof war leer, es war schon nach 8, aber wir kamen noch pünktlich zu unserem Termin. Ich stieg aus und nahm Marie an die Hand, sie würde auf die Selbe Schule gehen, hier konnte man schon ab der 1. Klasse hin. Minna ging schweigend vor uns her. Wir erreichten die Treppe die ins Haus führte, dort wurden wir schon von einem freundlichen Mann empfangen. "Folgen sie mir doch in das Büro der Direktorin." Lächelte er mit perfekten weißen Zähnen und führte uns in einen großen Raum. Ei großer Schreibtisch stand vor einem Kamin, hinter ihm saß enie strenge und garnicht freundlich aussehende Frau. "Setzten sie sich." Sagte sie und zeigte auf die 3 Stühle vor ihr. Wir gehorchten und schauten sie schweigend an. "So, sie sind also Alice und Marie Lisson, und sie müssen Minna Clasen sein." Wir nickten. "Wo sind die Zeugnisse der Mädchen?" Minna kramte in ihrer Tasche und zog zwei weiße Umschläge heraus. Die Frau betrachtete diese und sagte "Gut. Herr Petersen wird sie in ihre Klassen begleiten, dort werden sie beide den Tag verbringen. Ich werde mit ihnen, Frau Clasen, noch kurz etwas besprechen müssen." Minna nickte uns aufmunternd zu und wir verließen mit Herr Petersen den Raum. Er führte uns die Gänge entlang, redete ununterbrochen von der Schönheit dieses Gebäudes und brachte uns zu unseren Klassen. "Du schaffst das." Sagte ich noch zu Marie, dann war sie in ihrer Klasse verschwunden. Kurze Zeit später war auch vor dem richtigen Raum. Herr Petersen klopfte und ein junger Mann trat raus. Sie redeten kurz über mich, dann geleitete mich der Lehrer rein. 20 Augenpaare waren auf mich gerichtet, als mich Herr Lupos, wie er hieß, vorstellte. "Das hier ist Alice Lisson, sie ist erst gestern hier hin gezogen und warum sie mitten im Schuljahr wechselt, ist die, dass ihre Eltern Tod sind. So Alice, setz dich bitte neben Till." Ich schluckte und setzte mich auf den mir zugewiesenen Platz. Ich saß neben einem nett aussehenden Jungen mit einer schwarzen Mütze auf dem Kopf. Er schaute mich nur an und sagte nichts.

Der Unterricht verging langsam, ich meldete mich keinmal und sagte auch sonst nichts. Als es zur Pause klingelte, wollte ich raus und schauen wie es Marie geht. Ich stand von meinem Platz auf, da sprach mich Till an. "Hey, ich bin Till. Ich kann dir die Schule zeigen, wenn du willst." Ich nickte, ich wollte nicht am ersten Tag unfreundlich sein. Er führte mich an den starrenden Mitschülern vorbei auf den Schulhof. Die Sonne schien und viele saßen auf der Wiese vor dem Brunnen. "Der Brunnen da ist eigentlich ziemlich unnötig, wir dürfen das Wasser nicht mal berühren. Da hinten ist die Cafeteria, da kriegst du Mittagessen und alles. Dort hinten ist der Sportplatz, da hängen immer die Sportasse rum, also nichts für mich." Er lachte, sein Lachen war lustig und ich grinste. "Machst du Sport?" Ich nickte. "Ja. Also... Ich hab mal getanzt und bin oft gejoggt aber... naja aber jetzt nicht mehr." Till setzte sich auf die Wiese, ich tat es ihm nach. "Wieso hast du aufgehört?" Ich schaute ihn fassungslos an. "Meine Eltern sind vor kurzem gestorben." "Ja, ich weiß, und du hast mein Beileid, aber denkst du, sie hätten gewollt, dass du aufhörst zu Tanzen?" "Ähm... Ich weiß nicht, nein?" "Und warum machst du es dann?" Ich schluckte. "Ich will nicht darüber reden, okay?" Till merkte anscheinend, dass er zu weit gegangen war, denn er sagte nichts mehr. "Und was sind deine Hobbys so?" Fragte ich unsicher. "Ich Skate. Und ich zeichne gerne." Ich nickte. "Cool." Wir redeten ein bisschen, aber über nichts besonderes, ich erfuhr nur, dass er 16 war und was er gerne aß. Als es zur nächsten Stunde klingelte, standen wir auf und strömten in das Gebäude. In der Klasse saß eine Gruppe überschminkter Mädchen auf den Tischen und schauten mich abschätzig an. Ich verdrehte nur die Augen und dachte "Wie im Film." Aber es war mir egal. Till war nett und er war sicher nicht der einzige, der sich mit mir abgeben würde.

16.9.12 11:40

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen